| Gedanken eines baskischen Gefangenen
Den Konflikt zwischen Madrid und dem Baskenland gibt es schon lange.
Immer wieder wurden und werden im Baskenland Leute festgenommen und
in Madrid gefoltert. Seinen Anfang nahm dies spaetestens mit der
Bombardierung von Gernika, als sich mit Unterstuetzung von Hitler und
Mussolini die Diktatur von Franko etablierte. Mehr als 36 Jahre wurde es
unseren Eltern untersagt, die baskische Sprache zu sprechen, waehrend in
Nuernberg in der Strasse der Menschenrechte seit vielen Jahren schon in 30
verschiedenen Sprachen (stellvertretend fuer alle Sprachen) an die
Einhaltung der Menschenrechte erinnert wird. Unsere Eltern waren also
waehrend der Franko-Diktatur gezwungen, Schulen im Untergrund zu
besuchen, und es gab eine Vielzahl von Verschwundenen. Typisch fuer
Diktaturen!
Heutzutage ist die Lage nicht sehr viel anders. Es gibt mit 670 mehr
politische Gefangene als unter Franko. Mehr als 2000 Basken und
Baskinnen befinden sich aus Angst vor Diskriminierung, Verhaftung oder
Folter auf der Flucht oder im Untergrund, und ihre Zahl wird immer
groesser. Anfang dieses Jahres wurde die einzige ausschliesslich
baskischsprachige Zeitung verboten und geschlossen. Journalisten und
Funktionaere der Zeitung wurden festgenommen und in Madrid gefoltert.
Kurz vor den letzten Kommunalwahlen wurden zwei politische Parteien
verboten, aber auch viele andere Organisationen, Zeitschriften, Schulen oder
Unternehmen sind in Gefahr, auf scheinbar demokratischem Wege verboten
zu werden. Gelegentlich gibt es auch Verschwundene.
Folter gegen baskiche Dissidenten wird in Madrid systematisch angewendet.
Ja, systematisch! Doch davon wollen etliche europaeische Politiker und
Richter nichts hoeren, obwohl sie es wissen. Dadurch akzeptieren sie, dass
immer wieder gefoltert wird. Werden dann solche Faelle immer wieder mal
bekannt und nachgewiesen, werden sie als Ausnahmen deklariert, die wie
die Affekte eines Kindes nicht zu kontrollieren sind, sodass dieses "Kind" in
der EU quasi machen kann, was es will.
So also sehen die Loesungsverschlaege aus Madrid aus. Und in diese
Apartheidspolitik versucht die Regierung von J.M. Aznar andere Laender
einzubeziehen. Wenn sich Deutschland in diesen Konflikt zwischen Madrid
und dem Baskenland einmischt, sollte es sich fuer eine friedliche Loesung
einsetzen, die in Verhandlungen Frieden und Anderkennung fuer beide
Laender bringt. Mit meiner Auslieferung, die in Nuernberg beschlossen
wurde, wird der Konflikt aber nur verschaerft und alte Wunden wieder
aufgerissen.
Wir wollen keinen Separatismus oder neue Grenzen! Was wir fordern ist die
Wiedervereinigung unseres Landes in einem souveraenen Staat. Diese
Forderung stuetzt das Voelkerrecht, denn die Basken sind ein eigenes Volk
mit einer eigenen Sprache, der Ursprache der Europaeer! In Muenchen gibt
es einen Fluss. Er hat einen baskischen Namen - Isar. Isar kommt von
"izotz" und das bedeutet Eis. Doch diese Zusammenhaenge liegen schon weit
zurueck!
Muenchen Stadelheim, den 18.8.03 Paulo Elkoro Ayastui
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